Die Kirche in Quitzöbel

Die Orgel in Lennewitz

Die Backsteinkirche von Quitzöbel , umgeben von einem gepflegten Friedhof, stammt in ihrer Bausubstanz aus zwei verschiedenen Epochen: der prächtige Staffelgiebel im Osten und die Nordseite des Schiffes sind in der Zeit um 1520 errichtet worden. Die Giebelarchitektur ähnlich Alt Krüssow, Bad Wilsnack, Heiligengrabe und Falkenhagen, jedoch wesentlich schlichter und reduzierter. Die Südseite und der Kirchturm sind bei dem eingreifenden Umbau im Jahre 1876 entstanden. Am Kirchturm findet man Steine aus der Ziegelei Block in Nitzow.

1894 wurde das Ensemble durch den Neubau des Küsterschulhauses nordwestlich der Kirche ergänzt. Das Innere der Kirche ist im wesentlichen durch die schlichte Ausstattung des 19. Jahrhunderts (Gestühl, Emporen, Kronleuchter) geprägt. Seit 1998 wurde das äußere Mauerwerk und die Innenausstattung einer umfassenden Wiederherstellung unterzogen.

Zu den prägenden Ausstattungsstücken gehört der Altar, der im Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Havelberger Bildhauer Heinrich Joachim Schultz geschaffen wurde. Das Altarbild, Christus und Maria von Magdala darstellend, wurde jedoch erst 1862 eingefügt.

Nicht unbedeutend ist ferner die weitgehend unverändert erhaltende Orgel, erbaut 1855 mit neuen klingenden Registern von Friedrich Hermann Lütkemüller in Wittstock. 1877 wurde sie in der neuen Kirche wieder aufgebaut.

Unauffällig, aber bemerkenswert ist als ältestes Ausstattungsstück der neben der Kanzel aufgestellte Grabstein des Pfarrers Dietrich Schütze (1619 - 1694), der fast ein halbes Jahrhundert in Quitzöbel amtierte und ein Vorfahre Karl Friedrich Schinkels ist.

Deutsche Übersetzung der Inschrift:

"Halte ein, o Wanderer - der Tod als Begleiter des
Lebens befiehlt dir stillzustehen - aber erstarre
nicht, sondern erneuere fromm
das Gedenken zweier Verstorbener.
Begraben sind nämlich hier unter seinem Stein der
ehrwürdige und hochgelehrte Mann,
Herr Theodor Schütze,
beinahe durch ein halbes Jahrhundert sehr verdien-
ter Pfarrer der Gemeinden Quitzöbel, Roddan und
Lennewitz, geboren 1619, gestorben 1694 und
seine auserwählte Ehefrau Anne aus der Familie
Wiere, geboren 1630, gestorben 1692, welche nach
40 Jahren ausgezeichnetem, ja wahrhaft
unzertrennlichen Ehe- und Tugendleben -
10 trauernde Kinder, 30 Enkel und 8 Urenkel
hinterlassend - gestorben sind und als zu einem
besseren Leben Zurückkehrende gegangen sind.
Gehe hin auch du, o Wanderer, und gedenke
tagtäglich der Vergänglichkeit. Lebe wohl!"

An den Wänden befinden sich Gedenktafeln, deren Tradition mit den Befreiungskriegen einsetzte.
Im Turm läuten eine 1893 aus Bronze gegossene und eine 1962 aus Stahl gefertigte Glocke.