Zur Geschichte der Milower Kirche

Ev. Kirche Milow
Kirche in Milow

Die Kirche in Milow zählt zu den Objekten, die im 1909 erschienenen Inventar der Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, Kreis Westprignitz, Eingang gefunden haben.

Bei der Kirche in Milow handelt sich um eine gotische, aus Feldsteinen errichtete Kirche aus dem 14. Jahrhundert in Saalform. Schwere, geböschte Eckstrebepfeiler stammen vermutlich aus späterer Zeit. Die sich im Westen befindliche Haupttür ist im Spitzbogen gewölbt. In früherer Zeit wird der Eingang an der Nordseite gelegen haben, zwei vermauerte Spitzbogentüren künden davon. Die Fenster sind ebenfalls spitzbogig, 1,46 m im Lichten hoch. Die drei östlichen Fenster sind teilweise vermauert. Ihr Anschlag ist durch Backstein hergestellt. Die Außenflächen sind mit durchtretenden Feldsteinreihen verputzt.

Der Westgiebel wird vom quadratischem Fachwerkturmaufsatz überragt. Die Glocke hat einen Durchmesser von 0,58 m und ist 1754 von C.D. Heintze gegossen worden.

Der Dachstuhl besteht aus grob gebeilten alten Eichenbalken.

Die Bretterdecke wird durch zwei Unterzüge und Pfosten gestützt. An den Pfosten befinden sich zwei Schnitzfiguren, Leuchterengel und Petrus, aus dem 16. Jahrhundert.

Den noch aus katholischer Zeit stammenden geschnitzten Flügelaltar ziert als Mittelstück, eine Maria im Strahlenkranz. In den unmittelbar sich daneben befindlichen schmalen Feldern stehen an jeder Seite zwei Figuren übereinander:

Mittelteil links oben: Petrus mit Schlüssel
Mitelteil links unten: Hl. Dorothea mit Körbchen und Knabe, Märtyrerin des 3. Jh.
Mittelteil rechts oben: Paulus mit Schwert
Mittelteil rechts unten: Hl. Margarete mit Drachen, Fackel und Buch, Märtyrerin

 

Die Seitenflügel zeigen vier Darstellungen aus dem Leben der Maria:

Linker Seitenflügel oben: Mariä Verkündigung (Maria mit Verkündigungsengel)
Linker Seitenflügel unten: Mariä Heimsuchung (Maria besucht Elisabeth)
Rechter Seitenflügel oben: Christi Geburt
Rechter Seitenflügel unten: Anbetung der Weisen (Hl. drei Könige)

 

Innenraum und AltarZeitweilig war das Mittelstück mit der Maria entfernt und durch die Kanzel ersetzt. Nach Restaurierungsarbeiten ist der Zustand, wie er zu katholischen Zeiten bestand, wieder hergestellt

Die um den Altar gelegte Gitterbrüstung mit Bank stammt von 1691. Gestühlwangen sind mit Figuren, Blattwerk und Sprüchen verziert, in der Zeit der Renaissance leider verstümmelt worden.

Zur Ausstattung gehört ebenfalls noch ein eiserner, tischförmiger Leuchter für fünf Kerzen mit einem dreiteiligen Fuß und rechteckigerer oberer Platte. Dieser ist jedoch zur Zeit für Besucher nicht zugänglich.