Sanierung des Kirchendaches in Reckenthin
von Ev. Kirchenkreis Prignitz
Die Sanierung des Kirchenschiffdaches wurde notwendig, weil sich der historische Dachstuhl über Jahrzehnte langsam nach Osten verschoben hatte. Am Übergang zum Turm öffnete sich dadurch ein Spalt, durch den – trotz einer zunächst angebrachten Abdichtung mit Kalkleiste – wiederholt Schlagregen in den Kirchenraum eindrang.
Aus denkmalpflegerischer Sicht kommt dem Dachstuhl besondere Bedeutung zu: Er stammt noch aus dem Mittelalter und ist nahezu vollständig im Original erhalten. Nach Einschätzung der Denkmalschutzbehörden ist seine Konstruktion jedoch nur begrenzt darauf ausgelegt, Druckkräfte in Richtung Altar – etwa durch Windlasten, Setzungen oder ähnliche Einwirkungen – dauerhaft aufzunehmen.
Ziel der Maßnahme war deshalb, den Dachstuhl zu stabilisieren, beschädigte Hölzer zu ersetzen, den Druck auf den Ostgiebel zu reduzieren und den Turmanschluss fachgerecht sowie dauerhaft abzudichten.
Im Zuge der Arbeiten konnten rund 50 Prozent der vorhandenen Biberschwanzziegel erhalten werden – teils 300 bis 400 Jahre alt. Sie wurden im Rahmen einer Mischdeckung zusammen mit neuen Ziegeln wieder verlegt. Zudem wurden Balkenköpfe erneuert; die Kirchendecke musste in Teilbereichen instand gesetzt beziehungsweise ersetzt werden.
Eine restauratorische Untersuchung, die auch den Innenraum einbezog, brachte zudem unerwartete Funde ans Licht: Wandmalereien aus der Bauzeit, die bislang in Vergessenheit geraten waren. Die Befunde werden derzeit weiter ausgewertet und sollen perspektivisch teilweise wieder sichtbar gemacht werden. Dafür hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zusätzliche Fördermittel in Aussicht gestellt.
Die zusätzlichen Untersuchungen und Maßnahmen führten zwangsläufig zu Verzögerungen im Bauablauf. Die Fertigstellung der Kirche ist nun für 2026 vorgesehen. Finanziell bleibt das Projekt nach aktuellem Stand jedoch gesichert: Die DSD konnte die ursprünglich beantragten 25.000 Euro zunächst nicht zusagen. Durch die Unterstützung einzelner Förderer wurden jedoch 10.000 Euro bereitgestellt. Weitere Mittel sind angekündigt, sodass die Gesamtfinanzierung derzeit nicht gefährdet ist.
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