Die Kirche in Tornow

Auf Gutsgelände (Park) stehende Kapelle, daher seit 1945 in Volks- bzw. ab 1990 in Kommunaleigentum. Kleiner verputzter Saalbau, 1827/28 in italienischer Neugotik an Stelle von zwei Vorgängerbauten errichtet. Die von turmartigen Eckpfeilern eingefasste Westseite staffagenhaft als Schaufassade gestaltet. Zentral großes doppeltüriges Spitzbogenportal. Seitlich zwei Grabsteine in die Mauer eingelassen, der eine mit Kartuschentafel, Anfang des 17. Jahrhunderts, der andere für Melchior Erdmann von Brunn und Ehefrau (+ 1725 bzw. 1731).

Innen schlichte Westempore, um 1965 vergrößert und Winterkirche eingebaut. In den Fenstern der Langseite sechs kleine, runde Wappenscheiben, 17. Jahrhundert. Kanzelaltar mit barocker Sanduhr, 1706 (1996 restauriert). Am fünfseitigen Korb Gemälde Christi und der Evangelisten, darunter Abendmahlsbild; auf der Kanzeltür Moses. Vor dem Altar drei Kapitelle ungeklärter Herkunft. Taufschale, Ilsenburger Eisenkunstguss, 1. Drittel des 19. Jahrhunderts (Kopie der Halberstädter Weihbrotschale aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts). Altargarnitur, Berliner Eisenkunstguss nach Entwurf von Schinkel, 1. Drittel des 19. Jahrhunderts.

Neben dem Altar Grabstein A. Christian von Brunn (+1733) mit vier Wappen. Vor der Kirche vier klassizistische Grabdenkmäler. Der ursprüngliche Dachreiter wurde um 1965 entfernt; die Glocke hängt in einem Gestell vor der Kirche.

Kirchengeschichte

Von 1558 bis 1800 war Tornow Tochterkirche von Bantikow/Inspektion Kyritz. Seitdem gehörte es bis zu seiner Auflösung im Jahre 1975 zum Pfarrsprengel Brunn/Kirchenkreis Wusterhausen. Seitdem ist Tornow Filialgemeinde im Pfarrsprengel Kyritz; seit 1977 sind Sechzehneichen und Wulkow eingekircht.

Letzte Patronin war bis 1945 Frau Johanna von Dallwitz.

Text: K.-E. Selke