Wort zur Woche

01.11.2016 09:58 von Pfr. Volkhart Spitzner

Gespenster am Halloween-Tag

Süßes oder saures!“ So habe ich es schon oft an unserer Haustür gehört. Kleine Gespenster stehen vor mir und rufen diese drei Worte. Sind sie eine Bedrohung? Nach dem Motto: Also, entweder versorge ich sie ohne Zögern mit etwas Süßem, damit der Spuk ein Ende hat, oder sie zahlen mit Saurem heim. Andererseits überlege ich auch, verlangen sie vielleicht doch nach Spreewaldgurken oder den „Sauren“ der Marke Haribo? Die ganz verrückte Welt eines Halloweentags muss ich erst vertreiben, um einen klaren Gedanken an das Reformationsfest zu fassen.

Am Montag, 31. Oktober, feiern wir das Reformationsfest. Martin Luther hat vor 499 Jahren, im Jahre 1517 mit seinen 95 Thesen in Wittenberg, die Reformation der Kirche ausgelöst. Als Theologe, setzte sich Luther mit seiner Kirche und der Politik kritisch auseinander. Seuchen, Pest und Kriege verunsicherten die Menschen in der damaligen Zeit. Man sah in diesen Gegebenheiten eine Strafe Gottes, die Angst machte. Und mit dieser Angst spielten die Mächte dieser Zeit, auch die Kirche. Martin Luther trat dagegen auf. Mit der Besinnung auf die ursprünglich christlichen Werte, setzte er dem Handel mit der Angst etwas entgegen.

Otto von Bismarck hat einmal gesagt: „Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt“. Fast scheint es, als sei es heute umgekehrt: Wir fürchten Gott nicht, aber sonst alles auf der Welt. Etwa ein Fünftel der Deutschen leidet unter Angstvorstellungen. Es gibt scheinbar eine Wechselwirkung zwischen den Glauben an Gott und dem Gespenst der Angst. Wir bekommen Angst gebändigt, wenn wir uns an abergläubische Vorstellungen klammern. Interessanterweise lautet die Steigerung von Angst Heidenangst. Wo keine Ehrfurcht mehr vor Gott besteht, gibt es keine Geborgenheit.

Das Reformationsfest ruft uns in Erinnerung, der Heidenangst Gottvertrauen entgegenzusetzen. Dietrich Bonhoeffer schrieb in seiner Gefängniszelle die bekannten Worte: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Ein solches Vertrauen auf Gott möge Sie durch die nächsten Tage begleiten. Dann können uns auch die Gespenster am Halloween-Tag mit ihrem Geschrei: „Süßes oder Saures“ nicht wirklich erschrecken. Pfarrer Volkhart Spitzner, Putlitz

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