Wort zur Woche

09.12.2017 08:00 von Pfarrer Daniel Feldmann

Voller Erwartungen sein

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Psalm 24,7

Liebe Leserinnen und Leser, das Wort Advent bedeutet Ankunft. In der Zeit des Advents erwarten wir das Kommen Gottes in diese Welt. Die Ankunft des Kindes verzaubert unser Leben. In das Dunkel scheint das Licht der Hoffnung und des Lebens. Die Bilder des Advents, das langsame immer heller und heimeliger Werden, sind wunderschön. Da kommt es mir manchmal seltsam vor, wenn es heutzutage immer schon ganz hell ist. Der Blick in die Schaufenster mit ihren leuchtenden Weihnachtsbäumen und Dekorationen macht eine Steigerung kaum denkbar. Der Schluss liegt für mich nahe, hier muss nichts erwartet werden. Es ist einfach schon alles da.

Es ist schwierig für eine Gesellschaft, wenn Menschen für sich nichts mehr erwarten. Dann herrscht in der Fülle und Perfektion eine grenzenlose Dunkelheit. Das Licht des materiellen Wohlstands wärmt eben nur begrenzt. Dabei geht es ja in der Adventszeit mehr um eine Bewegung des Herzens. Das Kind in der Krippe zeugt von unserer unlösbaren Verbindung zu Gott. Wir sind Kinder Gottes. Ganz so wie er Kind geworden ist, so versuchen auch wir uns in der Adventszeit immer wieder zu verjüngen. Es gilt einen kindlichen und unverstellten Blick auf die Welt zu gewinnen. Dabei helfen uns auch adventliche Zeichen und Symbole.

Der Adventskranz ist eine geniale Erfindung von Johann Hinrich Wichern. Als Begründer des Rauen Hauses Hamburg und Mitbegründer des Diakonischen Werks in Deutschland kümmerte er sich im 19. Jahrhundert um Straßenkinder. Diese waren oft ungeduldig, wenn es um Weihnachten ging. Immer wieder wurde er von ihnen gelöchert, wann es denn so weit sei. Schließlich baute er ihnen den ersten Adventskranz aus einem Wagenrad mit 20 weißen und vier roten Kerzen. Jeden Tag wurde eine Kerze entzündet, bis es schließlich 24 waren. So konnten die Kinder gut nachvollziehen, wie lange die Adventszeit dauerte.

Aus einer Zeit der Ungeduld wurde eine Zeit der freudigen Erwartung. Ich glaube fest daran, dass Menschen Erwartungen brauchen, um Hoffnung empfinden zu können. Bei der Suche nach Erwartungen kann die Adventszeit helfen. Langsam und allmählich wir es heller und damit hoffnungsvoller in unseren Herzen.

 

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