Die Kirche in Kötzlin

Massive verputzte Saalkirche mit eingezogenem quadratischem Westturm, 1755 im Auftrag von Hans Christian von Königsmark und seiner Gattin Dorothea Charlotte Emilia von Saldern erbaut. Südliche ehemalige Patronatsloge (1974 zur Winterkirche ausgebaut) mit dreifenstriger Öffnung zum Schiff; die spätbarocke Rahmung bekrönt vom Allianzwappen der Erbauer.
Westempore mit neugotischer Orgel. Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen, aus der Bauzeit (Wappen). Der Kanzelkorb von durchbrochenem Rankenwerk und korinthischen Säulen gerahmt, über dem Schalldeckel das Auge Gottes. Rokokotaufe mit Akanthusdekor. Barockes Ovalgemälde der Auferstehung Christi. Grabdenkmal des H. Ch. von Königsmark, 1780, hohe Sandsteinstele mit dem Porträtmedaillon des Verstorbenen über großer Vitentafel, auf dem Sockel zwei allegorische Figuren. In der erhaltenen Westwand des nördlichen Gruftanbaus zwei Figurengrabsteine, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Kirchengeschichte

Von 1558 bis 1950 war Kötzlin Tochterkirche von Bendelin/Superintendentur bzw. Kirchenkreis Kyritz. 1967 wurde der Pfarrsprengel Bendelin aufgelöst: Bendelin kam zum Pfarrsprengel Groß Leppin (Kirchenkreis Havelberg-Wilsnack), Kötzlin zum Pfarrsprengel Barenthin (Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen).

Das Patronat hatte zuletzt Graf von Königsmark auf Karnzow, der 1945 auf dem Obersee in der Nähe seines Schlosses den Freitod wählte.

Text: K.-E. Selke