Die Kirche St. Anna in Alt Krüssow

Begonnen 2. Hälfte 15. Jh. als auf Wölbung angelegter Feldsteinbau mit Details in Backstein. Als Annenwallfahrtsort Anfang 16. Jh. aufwendig in Backstein fortgeführt und die Wände ohne Strebepfeiler erhöht. Große drei- und vierteilige Fenster, dazwischen stichbogige Blenden. Gleichzeitig über der Ostwand ein reicher, streng gegliederter Stufengiebel mit gitterartigen Friesbändern, ähnlich dem südlichen Querhausgiebel der Nikolaikirche in Bad Wilsnack und dem Westgiebel der Heilig-Grab-Kapelle in Heiligengrabe. Im Westen und Süden zwei Backsteinportale mit zum Teil reich gegliederten Gewänden. Das Kirchenschiff 1517 (d) überdacht, 1520 mit Wölbung vollendet. Innen die beiden westlichen Joche kreuzgewölbt, die östlichen mit Sterngewölbe. Das Saalbau 1879/80 im Westen um ein Joch erweitert und ein neugotischer Turm in Backstein angefügt.

St. Anna in Alt Krüssow

Die Annenkapelle im Norden schon 1513 (d) unter Dach, in deren Nordwand spitzbogiges Fenster zwischen Kreisblenden und Backsteingiebel mit gestaffelten Spitzbogenblenden. Die Ostseite mit großem vierteiligem Fenster in reich profilierten Laibungen, das Westfenster noch bauzeitlich mit Eisenvergitterung. Die Kapelle sterngewölbt, die Rippen auf glasierten Konsolen mit Halbfiguren. Die große Stichbogenöffnung zum Schiff bis auf eine Tür zugesetzt. In der Kapellennordwand eine breite Nische, deren Funk-tion bisher ungeklärt. 2015 Reste von Wandmalerei freigelegt, u.a. Schutzmantelmadonna, Wurzel Jesse und Ölbergszene.

St. Anna in Alt Krüssow

Der gotische Hauptaltar um 1480 (d) aus dem Raum Bützow/Rostock, seit 1965 in der Stadtpfarrkirche von Pritzwalk. In der Annenkapelle Schnitzaltar um 1504 (d), die Fassung 1912 entfernt, mit Heiligenfiguren in zwei Geschossen, in der Mitte in doppelter Größe die hl. Anna selbdritt. Einzelne Schnitzfiguren des 13. und 16. Jh. (u.a. Thronender Bischof, Doppelfigur Anna selbdritt und Katharina) z.Z. im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg. Instandsetzung/Restaurierung der Annenkapelle 2012–15; 2013 von Fassaden und Dach des Kirchenschiffes.

Text und Fotos: © Lukas Verlag